Zwölf Kräfte in Dir - Die weiblichen Archetypen: Ein Weg zurück in deine weibliche Ganzheit
- Rosi Runa

- 22. Nov. 2025
- 12 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Nov. 2025
In jeder Frau leben viele Welten zugleich. In uns tragen wir Anteile, Kräfte und Facetten, die uns vollständig, lebendig und kraftvoll machen – wenn wir ihnen den Raum geben, gesehen und gefühlt zu werden. Die Arbeit mit den weiblichen Archetypen ist ein Weg zurück in diese Ganzheit. Sie zeigt uns, dass unsere größte Kraft nicht in einem einzelnen Teil von uns liegt, sondern in der vernetzten, integrierten Energie all unserer Anteile.
Oft wurden viele dieser Kräfte über Generationen hinweg vernachlässigt, abgespalten oder beschämt. Historische und kollektive Systeme – die Christianisierung, patriarchale Strukturen, gesellschaftliche Normen – haben dazu geführt, dass Frauen bestimmte Aspekte ihrer Natur als „unrein“, „ungehörig“ oder „gefährlich“ erlebten. Die laute, kämpferische Kriegerin wurde gebrandmarkt, die freie Sexualität der Liebenden verteufelt, die kreative Künstlerin klein gehalten, das innere Kind nicht gesehen. Diese Abspaltungen hinterlassen Spuren, die unser Verhalten, unsere Entscheidungen und unsere Lebensgestaltung bis heute prägen.
Die Archetypenarbeit hilft uns, diese Anteile wieder zu sehen, zu ehren und bewusst zu leben. Sie bringt uns zurück in die eigene Kraft, in die innere Ganzheit, und zeigt, dass jeder Anteil – Licht und Schatten – seine Berechtigung hat. Durch die zyklische Arbeit, durch die Verbindung zu den Jahreszyklen, Lebenszyklen, Monatszyklen und sogar den Rauhnächten, können wir die Archetypen bewusst erforschen, transformieren und integrieren.
Was sind weibliche Archetypen?
Archetypen sind die Kräfte und Anteile, die jede Frau in sich trägt. Sie sind nicht theoretisch, sondern lebendig, spürbar und wirksam – sie formen, wie wir fühlen, handeln, reagieren und unser Leben gestalten. Jede Frau trägt alle Archetypen in sich, gleichzeitig, und doch treten sie zyklisch in den Vordergrund: je nach Lebensphase, Jahreszeit, Zyklus oder innerer Notwendigkeit. Sie zeigen uns, welche Anteile gerade gepflegt, gesehen oder geheilt werden wollen.
Wichtig zu verstehen ist: Wir arbeiten nicht mit Schatten, weil er „richtig“ oder „berechtigt“ ist, sondern weil viele Archetypen durch Abspaltung, Unterdrückung und Scham verletzt wurden. Historische und kollektive Strukturen – patriarchale Systeme, die Christianisierung, gesellschaftliche Normen – haben dazu geführt, dass bestimmte Anteile in uns nicht gelebt werden durften. Das beeinflusst, wie wir heute reagieren.
Ein Beispiel: Die Kriegerin. In ihrer vollen Macht weiß sie genau, wann es sich lohnt, ihr Schwert zu erheben, wann ein Kampf notwendig ist und wann es klüger ist, Energie zu sparen. Sie kämpft für ihre Würde, ihre Werte, ihre Grenzen – gerecht, fokussiert und mit klarer Intention. Wird die Kriegerin jedoch früh abgespalten, etwa weil es sich für Frauen nicht gehörte, für sich einzustehen oder die Stimme zu erheben, entsteht ein Schattenanteil. Im Schatten kämpft sie willkürlich, verliert den Fokus, wird ungerecht, kämpft gegen sich selbst oder das Leben, oder sie kämpft gar nicht mehr. Verletzungen, Grenzüberschreitungen und fehlender Schutz in Zeiten, in denen wir zu jung waren, um unser Schwert selber zu heben, können dazu führen, dass wir unser Schwert nie heben.
Dieses Prinzip gilt für alle Archetypen: Das innere Kind, die Liebende, die Künstlerin, die Schamanin – jeder Anteil, der unterdrückt, verleugnet oder abgespalten wurde, zeigt heute Schatten, der uns blockiert, steuert oder unsere Kraft verwirrt. Die Arbeit mit den Archetypen bedeutet, diese Anteile zu heilen, zu integrieren und zurück in ihre volle Kraft zu führen. So lernt die Kriegerin wieder gerecht zu kämpfen, die Liebende ihre sinnliche Kraft anzunehmen, die Künstlerin mutig zu erschaffen, und alle anderen Archetypen ihre ureigene Energie zu leben.
Durch diese Arbeit verbinden wir uns wieder mit unserer Ganzheit, mit unserer wahren Kraft, die in allen Archetypen wohnt. Wir lernen, uns nicht mehr zu verlieren, nicht mehr zu verleugnen, sondern bewusst, stark und lebendig zu agieren. Die Archetypen sind kein statisches Konzept – sie sind ein Wegweiser, ein Spiegel, ein Ruf zurück zu unserer eigenen, erdigen und souveränen Kraft.
Die zwölf Archetypen – ein Überblick
Die Archetypen sind wie zwölf Stimmen in uns – jede mit ihrer eigenen Frequenz, ihrer Weisheit und ihrer Wunde. Sie leben zeitgleich in uns, doch sie offenbaren sich je nach Zyklus, Phase, Herausforderung oder innerer Reife unterschiedlich stark. Hier ein erster Überblick über ihre Essenz:
Die Wilde
Urbändig, frei, instinktiv. Sie kennt keine Masken.
Ihr Schatten zeigt sich, wenn Freiheit beschämt wurde – dann wird sie rastlos, rebellisch oder völlig domestiziert.
Ihre Kraft: pure Lebenskraft und tiefe Wahrheit.
Das Innere Kind
Zart, verspielt, offen, empfänglich.
Im Schatten trägt es Verletzungen, Verlassenheit oder Überforderung und lenkt damit unbewusst unsere Beziehungen.
Seine Kraft: Unschuld, Lebendigkeit, Vertrauen.
Die Künstlerin
Schöpferin, Visionärin, Ausdruck der Seele.
Wurde sie blockiert, gefordert oder beschämt, wird sie unsichtbar, perfektionistisch oder kritisch.
Ihre Kraft: Kreativität als Geburtskanal innerer Wahrheit.
Die Freundin
Nähe, Treue, Verbindung, echte Begegnung.
Im Schatten verliert sie sich, passt sich an oder klammert.
Ihre Kraft: Aufrichtigkeit, Unterstützung, gesunde Nähe.
Die Liebende
Sinnlichkeit, Hingabe, magnetische Weiblichkeit.
Unterdrückt durch Scham, Moral oder Angst vor der eigenen Strahlkraft.
Ihr Schatten: Abhängigkeit, Verlustangst, sexuelle Verschlossenheit.
Ihre Kraft: Öffnung, Genuss, Selbstliebe.
Die Mutter
Nährend, haltend, tragend – nicht nur im biologischen Sinn.
Im Schatten opfert sie sich auf oder lehnt Verantwortung völlig ab.
Ihre Kraft: Fürsorge mit innerer Stabilität.
Die Zauberin / Wandlerin
Die, die zwischen den Welten tanzt. Intuition, Vision, Schwellenmagie.
Im Schatten wird sie diffus, unklar oder verliert sich in anderen Welten.
Ihre Kraft: Transformation, weibliche Weisheit, Intuition.
Die Kriegerin
Klar, mutig, gerecht.
Im Schatten kämpft sie blind oder gar nicht mehr, weil Kampf einst verboten oder gefährlich war.
Ihre Kraft: Grenzen, Würde, Schutz, Klarheit.
Die Große Göttin
Urmutter, Quelle, Allumfassendes.
Ihr Schatten zeigt sich als Überidentifikation ("ich muss alles tragen") oder spirituelle Überhöhung.
Ihre Kraft: Weite, Schöpfung, tiefes weibliches Sein.
Die Hohepriesterin
Hüterin des Wissens, der Mysterien, der inneren Wahrheit.
Im Schatten verschließt sie sich, schweigt oder verliert die Verbindung zu ihrer inneren Führung.
Ihre Kraft: Weisheit, Klarheit, spirituelle Souveränität.
Die Schamanin
Heilerin, Grenzgängerin, Wanderin zwischen Welten.
Im Schatten verliert sie sich in Schmerz, übernimmt zu viel oder trennt sich von ihrem eigenen Körper.
Ihre Kraft: Heilung, Erdung, Verbindung zu Ahnen & Natur.
Die Alte Weise
Tiefe Reife, Rückzug, Betrachtung, Essenz.
Im Schatten wird sie bitter, zynisch oder völlig unsichtbar.
Ihre Kraft: Klarheit, Wahrheit, das destillierte Wissen eines Lebens.
Jeder dieser Archetypen lebt in Dir – manche laut, manche leise, manche verletzt, manche kraftvoll.
Und jede Frau hat ihren eigenen Weg, sie zu erinnern, zu heilen und zu integrieren.
Historische Prägungen &
kollektive Abspaltungen
Wenn wir über weibliche Archetypen sprechen, dann sprechen wir nicht nur über innere Kräfte – wir sprechen über Geschichte, über Wunden, über das Echo von Jahrhunderten.
Denn die Anteile in uns, die heute verborgen liegen, sind selten nur persönliche Schatten. Sie sind kollektive Schatten. Generationen alt. Von Mutter zu Tochter weitergegeben. Von Zeit zu Zeit verschüttet, verformt, verurteilt.
Die Christianisierung & das Verstummen des Heiligen Weiblichen
Als die Christianisierung die heidnischen Länder erreichte, geschah etwas Tiefgreifendes:
Nicht nur Götter wurden verdrängt, sondern ganze Lebensgefühle, Weltbilder, innere Ordnungen. Die Erde wurde entheiligt. Die Zyklen entwertet. Das Körperliche, Blutige, Wilde – mit Scham bedeckt. Das Weibliche wurde von einer göttlichen Kraft zu einer Gefahr erklärt.
Mit einem Schlag wurden viele archetypische Kräfte, die zuvor selbstverständlich waren, zu etwas, das man meiden sollte:
Die Wilde wurde zum Inbegriff des Ungezähmten, das unter Kontrolle gehört.
Die Liebende wurde zur Sünde.
Die Schamanin & Zauberin zur bösen Hexe, zum Werk dunkler Mächte.
Die Kriegerin zum Tabubruch einer „ungehorsamen Frau“.
Die Mutter wurde reduziert – nicht geehrt.
Was zuvor heilig war, wurde zu etwas Gefährlichem. Was zuvor lebendig war, durfte nur noch verborgen weiteratmen.
Patriarchale Strukturen & das Erbe der Scham
Über Jahrhunderte wurde:
das Blut entwertet
die Sexualität kontrolliert
die Intuition lächerlich gemacht
der weibliche Ausdruck beschnitten
die Stimme der Frauen zum Schweigen gezwungen
So entstanden innere Verbote, die wir bis heute in uns tragen.
Es sind nicht unsere persönlichen „Schwierigkeiten“.
Es ist das kollektive Erbe von Frauen, deren Liebende beschämt, deren Wilde gezähmt, deren Kriegerin abgewertet, deren Priesterin verfolgt wurde.
Wenn ein Archetyp heute schwer erreichbar ist, liegt das selten daran, dass „etwas mit uns nicht stimmt“ – sondern daran, dass er über Generationen nicht leben durfte.
Scham sitzt tief. Aber sie ist nicht unsere Stimme. Sie stammt aus Systemen, die Angst hatten vor freier, weiblicher Kraft.
Warum manche Archetypen heute schwer zugänglich sind
Viele Frauen spüren es intuitiv:
Die Liebende ist blockiert, weil gelebte Sexualität einst als „unrein“ galt.
Die Kriegerin ist schwach oder übersteuert, weil Frauen nie fair kämpfen durften.
Die Wilde ist leise, weil „braves“ Verhalten über Leben entschied.
Die Künstlerin zittert, weil Selbstausdruck beschämt wurde.
Die Hohepriesterin schweigt, weil Weisheit einst bedrohte.
Die Schamanin liegt im kollektiven Untergrund, weil ihre Vorgängerinnen verbrannt wurden.
Wir tragen den Abdruck all dessen in unseren Körpern. Nicht als Drama – sondern als Wahrheit.
Doch genau deshalb ist die Arbeit mit den Archetypen so machtvoll:
Sie ist eine Rückkehr. Eine Heimholung. Ein Akt der Erinnerung.
Eine stille Wiederherstellung dessen, was einmal selbstverständlich war.
Zyklusarbeit mit den Archetypen
Archetypen zeigen sich nie statisch. Sie sind lebendige Kräfte, die sich in einem ständigen rhythmischen Wandel befinden – genau wie die Natur, die Jahreszeiten, der weibliche Körper und die Bewegungen der Seele. Wenn Du beginnst, mit den Archetypen im Zyklus zu arbeiten, öffnest Du nicht nur ein tieferes Verständnis für diese inneren Kräfte, sondern auch für Dich selbst. Denn jeder Zyklus trägt Dich durch verschiedene Qualitäten, Ausdrucksformen und Seelenlandschaften.
Der Lebenszyklus – Archetypen im Wandel eines Frauenlebens
Über den gesamten Lebensweg hinweg durchwandert jede Frau natürliche archetypische Phasen.
Die wilde, ungezähmte Jungfrau im Kindheits- und Jugendalter.
Die schöpferische, nährende Mutter in der Zeit der Fülle und Verantwortung.
Die Kriegerin, die ihre Grenzen und ihren Wert kennt, ihre Stimme erhebt, führt und entscheidet.
Die weise Alte, die jenseits von Erwartung lebt, frei, intuitiv, verbunden.
Doch diese Phasen sind nicht linear. Eine Frau kann mit 60 plötzlich die Jungfrau neu entdecken oder mit 20 bereits Teile der Weisen Alten in sich spüren. Archetypen folgen nicht der Logik der Zeit, sondern der Logik der Seele.
Der Jahreszyklus – Wandlungsphasen im Rhythmus der Natur
Die Natur bewegt sich konstant durch archetypische Energien, die Du im Jahreskreis beobachten kannst:
Imbolc & Ostara – zarte, neugierige, junge Kräfte (Jungfrau)
Beltane & Litha – Fülle, Leidenschaft, Schöpfung (Mutter/Liebende)
Lammas & Mabon – Klarheit, Reife, Führung (Kriegerin)
Samhain & Yule – Rückzug, Weisheit, Ahnenkraft (Weise Alte)
Wenn Du Dich im Jahreskreis bewegst, erkennst Du, wie natürlich jeder Archetyp verankert ist. Nichts ist falsch. Nichts ist zu viel. Alles ist Teil eines lebendigen Kreislaufs.
Der Monatszyklus – Archetypen im Körperrhythmus
Der weibliche Zyklus ist eine der ursprünglichsten Formen archetypischer Bewegung:
Follikelphase – die neugierige, offene Jungfrau
Ovulation – die nährende Mutter, die sich verschenkt
Lutealphase – die Kriegerin, klar, bestimmend, grenzensetzend
Menstruation – die Weise, die Rückzug, Intuition und Hingabe verkörpert
Durch die Verbindung von Archetypen und Monatszyklus kannst Du Dich selbst auf tiefere Weise verstehen. Plötzlich wird sichtbar, warum bestimmte Tage nach innen ziehen und andere nach außen drängen, warum Du an manchen Tagen radikal klar bist und an anderen weich und empfänglich.
Der Tageszyklus – Archetypen in 24 Stunden
Auch ein einziger Tag trägt alle Archetypen in sich:
Morgen – Jungfrau: Neubeginn, Klarheit, Vision
Mittag – Mutter: Energie, Umsetzung, Präsenz
Nachmittag/Abend – Schamanin: Struktur, Entscheidung, Auswertung
Nacht – Weise: Stille, Traumwelt, Intuition, Hingabe
Wenn Du Dir erlaubst, den Tageszyklus bewusst zu leben, beginnst Du, die Weisheit des Rhythmus jenseits von Leistung und Druck wahrzunehmen. Archetypenarbeit wird plötzlich ganz praktisch.
Die Rauhnächte – der machtvollste Zyklus für die Verbindung der Archetypen
Die Rauhnächte sind ein Zwischenraum zwischen den Welten, in dem die Seelenlandschaft geöffnet ist. In dieser Zeit sind die Archetypen besonders präsent:
Alte Wunden steigen auf
Kollektive Prägungen zeigen sich
Visionen für das neue Jahr werden geboren
Innere Stimmen werden klarer
In den Rauhnächten kannst Du Archetypen nicht nur verstehen – Du kannst sie verkörpern. Jede Nacht öffnet ein Tor zu einem bestimmten inneren Anteil, der gesehen und integriert werden möchte. Für viele Frauen ist das die stärkste, transformierendste Phase des Jahres.
Der Jahreskurs – ein tiefer, langer, intensiver Weg mit den Archetypen
Ein ganzer Jahreszyklus ermöglicht eine tiefe Verwurzelung.
Monat für Monat arbeitest Du mit einer bestimmten Kraft. Du erlebst sie im Körper, im Alltag, im Jahreskreis und in der Natur. Dadurch entsteht eine Verkörperung, die nicht nur verstandesmäßig ist, sondern Dich innerlich und äußerlich verändert. Ein Jahreskurs ist wie ein Weg zurück zu Dir selbst – langsam, nährend, kraftvoll, klärend.
Es ist ein heiliger Kreislauf, der Dich durch Schatten und Licht führt, durch innere Stürme und durch tiefe Öffnung.
Warum Archetypenarbeit uns zurück in die Ganzheit bringt
Archetypenarbeit ist keine Methode, kein Konzept und kein spiritueller Trend.
Sie ist eine Rückkehr. Eine Erinnerung. Eine Heimkehr in das, was Du bist, bevor Dich Prägungen, Erwartungen, Verletzungen und gesellschaftliche Rollen geformt haben.
Wenn Du beginnst, die Archetypen in Dir zu erkennen, bewusst zu fühlen, zu leben und zu integrieren, kehrst Du Schritt für Schritt zurück in Deine Ganzheit – in eine innere Landschaft, in der nichts mehr getrennt oder bewertet wird.
Wirkung auf die Selbstwahrnehmung
Archetypenarbeit klärt Deinen Blick für Dich selbst.
Plötzlich erkennst Du:
Ich bin nicht zu viel. Ich bin nicht zu wenig. Ich bin vielfältig.
Die wilde, freie Jungfrau erinnert Dich daran, dass Neugier und Leichtigkeit kein Luxus sind, sondern Essenz.
Die nährende Mutter zeigt Dir, wo in Deinem Leben Hingabe und Fürsorge fließen dürfen – auch für Dich selbst.
Die Kriegerin verankert Deine Grenzen, Deine Würde, Dein „Nein“ und Dein „Ja“.
Die Weise hält Dir den Spiegel, wenn Du loslassen, sterben lassen oder neu gebären musst.
Wenn all diese inneren Kräfte gesehen werden, beginnt Deine Selbstwahrnehmung sich zu klären.
Statt Dich zu verurteilen, verstehst Du Dich.
Statt Dich anzupassen, erlaubst Du Dir, authentisch zu sein.
Statt Dich zu hinterfragen, folgst Du Deinem inneren Ruf.
Einfluss auf Entscheidungen & Lebenswege
Viele Entscheidungen, die Frauen treffen, sind unbewusst von alten Mustern geprägt:
Gefallen wollen. Sich zurücknehmen. Grenzen verwässern. Verantwortung übernehmen, die nie die eigene war.
Durch die Archetypenarbeit erkennst Du plötzlich:
Welche Entscheidungen Du aus Angst getroffen hast
Welche aus Pflichtgefühl statt aus innerer Wahrheit
Welche aus Anpassung statt aus Freiheit
Welche aus Verletzung statt aus Klarheit
Wenn die Archetypen in Dir wirken, verändern sich Entscheidungen wie von selbst.
Die Wilde flüstert Dir Mut zu.
Die Mutter ruft nach Fürsorge.
Die Königin entscheidet kraftvoll.
Die Schamanin führt Dich durch Intuition.
Du triffst nicht mehr „richtige“ Entscheidungen –
Du triffst wahre Entscheidungen.
Auswirkungen auf Beziehungen
Archetypenarbeit heilt die Orte in Dir, die in Beziehungen nach Bestätigung suchen oder sich verlieren.
Das kleine Mädchen bringt Leichtigkeit zurück
Die Mutter erinnert an Lebendigkeit und Nähe
Die Kriegerin schafft gesunde Grenzen
Die Weise bringt Stille, Tiefe und Klarheit
Wenn Du mit all diesen inneren Kräften verbunden bist, beginnen Beziehungen – zu Partnern, Kindern, Freundinnen, Deiner Arbeit und Dir selbst – sich zu entspannen.
Alte Muster lösen sich.
Projektionen verlieren ihre Macht.
Du brauchst weniger, verlangst weniger, klammerst weniger.
Du bist mehr.
Schattenintegration und Heilung alter Muster
Jeder Archetyp hat Licht und Schatten.
Und genau dort liegt die große Kraft der Archetypenarbeit:
Sie zwingt Dich nicht, „gut“ zu sein.
Sie lädt Dich ein, ganz zu sein.
Schattenintegration bedeutet:
Den Kontrollwahn der Kriegerin zu entlassen
Die Überanpassung der Mutter zu durchbrechen
Die Zerstreuung der Jungfrau zu ordnen
Die Rückzugssucht der Weisen zu verstehen
Wenn Du erkennst, dass jeder Schatten ein verletztes Licht ist, kannst Du die Muster heilen, die Dich vielleicht seit Jahren begleiten:
Schuldgefühle. Scham. Überforderung. Streit mit der eigenen Weiblichkeit. Angst vor Sichtbarkeit. Bindungsmuster.
All das beginnt zu schmelzen, wenn Du Dich nicht mehr über einen einzigen Archetyp definierst, sondern alle in Dir trägst.
Die Kraft der verbundenen, integrierten Weiblichkeit
Wenn alle Archetypen in Dir verbunden sind, entsteht eine Kraft, die nicht erzwingt, nicht kämpft, nicht beweisen muss.
Eine Kraft, die still und unübersehbar ist.
Eine Kraft, die klar und weich zugleich ist.
Eine Kraft, die träumt und umsetzt.
Eine Kraft, die führt und empfängt.
Eine Kraft, die spricht und schweigt.
Eine Kraft, die tanzt und ruht.
Diese Kraft ist keine Rolle.
Sie ist ein Erinnern:
So mächtig ist eine Frau, die sich selbst wiedergefunden hat.
Integrierte Weiblichkeit bedeutet nicht Perfektion.
Sie bedeutet, dass alle Teile in Dir ein Zuhause haben.
Die wilde, die weiche, die klare, die intuitive, die mitfühlende, die kraftvolle, die verletzliche, die freie.
Wenn Du integriert bist, lebst Du nicht mehr fragmentiert.
Du lebst als Ganzes Wesen.
Als das, was Du schon immer warst.
Schlussgedanken
Die Arbeit mit den weiblichen Archetypen ist kein Ziel, das man abhaken kann. Sie ist ein Weg, eine Reise, die Dich sanft und gleichzeitig kraftvoll zu Dir selbst zurückführt. Ich lade Dich ein, bewusst zu leben, welche Archetypen in Dir wirken, welche sichtbar sind, welche Schattenseiten Aufmerksamkeit brauchen, und welche Anteile Du vielleicht noch aus Angst oder Scham versteckt hast.
Wenn Du diese Kräfte wahrnimmst, berührst Du nicht nur Dich selbst – Du berührst die Erde, die Natur und die Zyklen, die Dich umgeben. Du trittst in Verbindung mit Deinen Ahnen, deren Erfahrungen, Wunden und Weisheit durch Dich fließen. Du erkennst, dass alles, was in Dir lebt, bereits Teil eines großen, uralten Rhythmus ist, der Dich nährt und schützt.
Die Archetypenarbeit öffnet Räume, in denen Du Entscheidungen klarer triffst, Beziehungen bewusster gestaltest und Dich selbst mit all Deinen Facetten annehmen kannst. Sie lehrt Dich, dass wahre Macht und Lebendigkeit nicht aus Kontrolle, Perfektion oder äußerem Vergleich entstehen – sondern aus Verbundenheit, Integration und der Ehrlichkeit mit Dir selbst.
Wenn Du Lust hast, diesen Weg im Kreis anderer Frauen zu vertiefen, biete ich Dir meine Rauhnachtsbegleitung an – eine intensive Zeit, um die Archetypen im Zyklus der Rauhnächte zu spüren, zu erforschen und zu integrieren.
Für alle, die den Weg noch intensiver, über das ganze Jahr, gehen möchten, ist mein Jahreskurs zu den Archetypen ein sanftes, aber kraftvolles Eintauchen in die zyklische Weisheit, begleitet durch die Jahreszeiten, Rituale, schamanische Reisen und Reflektionen.
Es liegt an Dir, Deine innere Landschaft zu erkunden, Deine Kräfte zu wecken und die Archetypen in ihrer vollen Tiefe zu leben. Jeder Schritt auf diesem Weg ist eine Rückkehr zu Deiner Ganzheit – zu der Frau, die Du schon immer warst, in all ihrer Kraft, Weisheit und Schönheit.
Ein Jahreskurs ist wie ein Weg zurück zu Dir selbst – langsam, nährend, kraftvoll, klärend.
Es ist ein heiliger Kreislauf, der Dich durch Schatten und Licht führt, durch innere Stürme und durch tiefe Öffnung.
Reflexion zum Abschluss
Nimm einen Moment für Dich.
Atme tief ein.
Lege eine Hand auf Dein Herz und eine auf Deinen Bauch.
Und frage Dich:
Mit welchem Archetypen kannst Du Dich spontan am meisten identifizieren?
Welche Energie fließt Dir ganz natürlich zu?
Mit welchem Archetypen fühlst Du Dich nicht wohl oder hast sogar Widerstand?
Welche Aspekte davon scheinst Du abgespalten, verdrängt oder verurteilt zu haben?
Diese Fragen sind kein Test.
Sie sind ein Tor.
Denn genau dort, wo Widerstand ist, wartet oft die größte Heilung.




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